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AUTHARK - App-unterstützte Therapie-Arbeit für Kinder

AUTHARK - App-unterstützte Therapie-Arbeit für Kinder

Die App AUTHARK (Görtz-Dorten, A. & Döpfner, M., 2019; Manual-Version 2.0, von authark-app.de; App kostenlos erhältlich im Google-Playstore und Apple App-Store) ist primär für den Einsatz innerhalb einer Psychotherapie konzipiert. AUTHARK ist als Therapiebegleitung gedacht und sollte unter Anleitung einer/eines Therapeut*innen verwendet werden.

Die verschiedenen Funktionen der App (Psychoedukations-Funktion, Video-Tagebuch-Funktion, Momentary Assessment-Funktion, Problemlösetrainings-Funktion, Erinnerungs-Funktion, Verstärkunger-Funktion) sind störungsspezifisch (zu Störungen des Sozialverhaltens [Aggressives Verhalten, Oppositionelles Verhalten, Begrenzte prosoziale Emotionalität], Angststörungen, Depressiven Störungen, Zwangsstörungen sowie Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen) auswählbar.

AUTHARK dient neben der Förderung des Transfers von Bewältigungsstrategien, die in der Therapie erarbeitet wurden, auch der Unterstützung einer spezifischen Diagnostik und der Verlaufskontrolle. AUTHARK kann spezifische Informationen über vom Kind erlebte Situationen, Kognitionen und Emotionen im Alltag liefern und den Transfer von erarbeiteten Bewältigungsstrategien in den Alltag der Patient*innen erleichtern und überprüfen und die Motivation der Patient*innen zur Durchführung der Therapieaufgaben erhöhen. Die App ist für den Altersbereich von 6 bis 12 Jahre konzipiert. AUTHARK kann besonders gut in Kombination mit verhaltenstherapeutischen Programmen eingesetzt werden.

AUTHARK ist ein zertifiziertes Medizinprodukt

Funktionen

Die App beinhaltet verschiedene Funktionen, die störungsspezifisch auswählbar sind:

Psychoedukation: "Infos"

Zu einem bestimmten von der/dem Therapeut*in zu definierenden Störungsbereich wird dem Kind anhand von sich nach und nach aufbauenden Erklär-Grafiken das Entstehungsmodell über die Ursachen des jeweiligen Problemverhaltens erklärt. Dieses Modell stellt die Basis für die Entwicklung einzelner Interventionsschritte dar. Die Ansätze einer kognitiven Verhaltenstherapie werden vorgestellt und ein Ausblick auf Veränderungsmöglichkeiten gegeben.

Momentary Assessment: "Wie geht's?"

Zu bestimmten von der/dem Therapeut*in zu definierenden Uhrzeiten wird das Kind per Push-Nachricht aufgefordert, durch kurze Eingaben in das Smartphone über seine aktuellen Gefühle Auskunft zu geben. So wird es beispielsweise über verschiedene Begriffe/Gefühlsgestalten nach der Stimmung gefragt und anschließend kann es per Gefühlsthermometer die Intensität seiner Gefühle angeben. Es können die vorgegebenen Items zur Erfassung von aktuellen Emotionen ausgewählt werden oder Items zur Erfassung von aktuellen Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen sowie das Antwortformat von der/dem Therapeut*in frei definiert werden.

Video-Tagebuch

Das Kind wird von Till Taff, einer Identifikationsfigur, begrüßt und zu einem bestimmten von der/dem Therapeut*in zu definierenden Störungsbereich mit Fragen konfrontiert (z.B. bei aggressivem Verhalten: "Gab es eine Situation, in der du wütend geworden bist oder hast du etwas erlebt, das dich geärgert oder dich genervt hat? Hast du mit jemandem Streit gehabt oder hast du dich provoziert oder ungerecht behandelt gefühlt?"). Darauf soll das Kind per Buttons mit "Ja" oder "Nein" antworten. Es wird aufgefordert, ein Video aufzunehmen, in dem es von den Vorkommnissen ("Was ist passiert? Was hast du gedacht? Wie hast du dich gefühlt? Was hast du gemacht? Was hast du danach gedacht? Wie hast du dich danach gefühlt? Was glaubst du, hat dein Gegenüber danach gedacht? Was glaubst du, hat dein Gegenüber danach gefühlt? Was ist danach passiert? Würdest du beim nächsten Mal etwas anders machen wollen?" usw.) erzählt.

Abhängig vom Therapiefortschritt kann ein verkürzter Fragenkanon (über verschiedene Level) ausgewählt oder individuell (über Bausteine) zusammengestellt werden. Per Push-Benachrichtigung werden die Jugendlichen zu einem gewünschten Zeitpunkt (z.B. montags bis freitags um 19.00 Uhr) an die Aufnahme des Videotagebuchs erinnert.

Erinnerung: "Denk dran!"

Per Push-Nachricht wird das Kind zunächst zu einem gewünschten Zeitpunkt an eine Therapieaufgabe (beispielsweise sich zu verabreden oder seine Vokabeln zu lernen) erinnert, die die/der Therapeut*in in der Therapiesitzung gemeinsam mit dem Kind frei definiert hat. Die Ergebnisse der Therapieaufgabe kann das Kind über einzelne Items dokumentieren (z.B.: "Hast du an deine Aufgabe gedacht und sie versucht zu erledigen?"). Anschließend kann es per Videoeintrag davon berichten, wie es die Therapieaufgabe bewältigt hat oder wieso es nicht geklappt hat, diese zu erledigen.

Problemlösetraining: "Till fragt um Rat"

Zum Einüben von Problemlösungen kann das Kind zu einem bestimmten von der/dem Therapeut*in zu definierenden Störungsbereich passende Trainingsaufgaben erhalten (z.B. bei aggressivem Verhalten zur Lösung von Konfliktsituationen mit Gleichaltrigen) und es kann überprüft werden, wie gut das Kind erlernte Problemlösestrategien anwenden kann (z.B. wird bei aggressivem Verhalten eine soziale Konfliktsituation vorgestellt und das Kind soll Gegengedanken oder andere Bewältigungsstrategien sowie alternative Verhaltensweisen benennen.

Diese Trainingsaufgaben können ausgewählt oder von der/dem Therapeut*in individuell eingetragen werden. Dabei meldet sich Till an bestimmten Tagen zu einer bestimmten von der/dem Therapeut*in definierten Uhrzeit per Push Nachricht mit einem störungsspezifischen Problem, mit dem er konfrontiert ist, und bittet das Kind um Rat. Das Kind kann per Videoaufnahme eine Antwort geben.

Verstärkung: "Tills Store"

Nach jedem Durchlauf einer Funktion wird das Kind mit Münzen belohnt und kann sich - wenn es genug Münzen gesammelt hat - neue Anziehsachen und Gadgets für Till einkaufen oder die Münzen gegen Belohnungen im Alltag eintauschen.